Rückblick: Herbarium – Pflanzen für die Ewigkeit

Herbarium Pflanzen für die Ewigkeit

Rückblick | 14. Juli 2025

BARBARA HUDIN

Wer Pflanzen ein ewiges Leben schenken möchte, ist bei den Herbarium-Workshops der Natur.Werk.Stadt gut aufgehoben. Ein Bericht von einer Teilnehmerin:

Im Workshop des Biologen Christopher Striedinger wollten wir am 14. Juli 2025 erfahren, wie man Pflanzen sammelt und „für die Ewigkeit“ in einem Herbarium aufbewahrt. So könnten Botaniker:innen viele Pflanzen leichter miteinander vergleichen und bestimmen – ja sogar Pflanzen aus weit entfernten Regionen. Und nicht zuletzt kann der Bau eines Herbariums ein interessantes Hobby für Pflanzenliebhabende sein.

Unter der Pergola im Steinbruch am Spielbergweg trotzten wir dem Regenwetter. Glücklicherweise hatte Christopher Striedinger schon die arbeitsintensive Vorbereitung für das Herbarium getroffen. Denn die Pflanzen müssen zuerst – am besten mit Wurzel – gesammelt werden. Die genaue Bestimmung der Pflanzen sollte vor der Trocknung erfolgen. Außerdem darf man nur Exemplare aus der Natur entnehmen, die nicht geschützt sind. Bei teilweise geschützten Pflanzen darf ein Handstrauß entnommen werden. Dann werden die Exemplare in eine Doppelseite Zeitungspapier gelegt, sodass alle Pflanzenteile noch klar erkennbar sind. Beschriftet wird das Blatt mit Artnamen und dem eigenen Namen. 1 bis 3 Wochen dauert das Trocknen. In dieser Zeit sollte das Papier alle 1 bis 2 Tage gewechselt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Es gibt eigene Pflanzenpressen, es genügen aber auch die guten alten Bücher – der Anpressdruck sollte jedenfalls bei ca. 20 kg liegen.

Beim Workshop selbst begannen wir dann mit dem gemütlicheren Teil, bei dem wir unser eigenes Herbarium anlegten. Die getrockneten Pflanzen fixierten wir auf einem etwas stärkerem Blatt Papier mit Nassklebeband. Dabei achteten wir darauf, die wichtigen Strukturen der Pflanzen sichtbar zu lassen. Ein aufgeklebtes Etikett füllten wir mit Informationen: Familie, Gattung/Art und Trivialname der Pflanze. Dazu kam der Fundort, das Datum der Entnahme und der eigene Name. Bald zierten Pflanzen wie Echtes Johanniskraut, Gelbe Skabiose, Büschel-Nelke oder Färber-Hundskamille unser individuelles Herbarium.

Dankbar für den kurzweiligen Workshop im Trockenen verließen wir den Steinbruch mit unserem Herbarium – und vielleicht mit einem neuen Hobby im Gepäck.

Rückblick: Herbarium – Pflanzen für die Ewigkeit
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