BARBARA HUDIN
Das Wichtigste vorweg: Wer sagt, dass Insekten manchmal lästig sein können, mag ja in mancher Hinsicht recht haben, aber ohne Insekten könnten wir auf der Erde nicht überleben. Insekten spielen eine immens wichtige Rolle in unserem Ökosystem. Die Biologin Zoe Kornfeld brachte am 4. August 2025 in einem Workshop am Steinbruch am Spielbergweg den interessierten Teilnehmenden näher, welche Arten von Insekten es gibt. Außerdem wurde besprochen, warum Insekten bedroht sind, und wie wir Insekten unterstützen können. Ein Bericht von Barbara Hudin:
Zu Beginn erfuhren wir, dass es in Österreich ca. 40 000 Insektenarten gibt und weltweit etwa 60 Prozent der Tiere zu den Insekten gehören. Leider geht es mit den Insektenzahlen rasant bergab – in den letzten 30 Jahren ist die weltweite Biomasse aus Insekten um 76 Prozent zurückgegangen. Und jedes Jahr verlieren wir mindestens weitere 2,5 Prozent. Damit sinkt die Zahl der Insekten, die auch Blüten unserer Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Und Tiere, die Insekten gerne verspeisen, finden immer weniger Nahrung.
Wie wichtig Insekten für gesunde Böden sind, erfuhren wir dann: Manche graben ihn um, andere – wie der Mistkäfer – fungieren als Müllabfuhr und bringen wichtige Nährstoffe wieder in den Boden zurück.
Anschließend sammelten wir Gründe für die Bedrohung von Wildbienen, Käfern, Ameisen, Schmetterlingen und Co. Dazu gehört die Zerstörung des Lebensraumes durch Verbauung, der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und die Verbreitung von Schadstoffen in der Natur. Der Klimawandel macht zudem Insekten genauso zu schaffen wie invasive Arten, die schnelle Ausbreitung von Krankheiten und die starke Lichtverschmutzung.
Bei einem Rundgang durch den Steinbruch entdeckten wir dann viele Orte, an denen sich Insekten wohlfühlen und sich vermehren können. Totholz, Blühwiesen und hohes Gras, sandige Böden und Pflanzen mit hohlen Stängeln bilden das Wohn- und Esszimmer sowie die Kinderstube vieler Arten. Ein Highlight war die Entdeckung eines Hummelnestes im Boden und die vielen summenden und flatternden Begleiter am Weg. Bei einer Käferburg zeigte Zoe Kornfeld uns die Larven der Feuerwanzen, die zuerst rot gefärbt sind und erst nach fünf Nymphenstadien das Muster von ausgewachsenen Feuerwanzen annehmen.
Schließlich lernten wir, dass man Insekten auch mit kleinen Maßnahmen im eigenen Garten Gutes tun kann: Eine Benjes-Hecke schafft Lebensraum für zahlreiche Tiere, und der Bau einer Nisthilfe kann Insekten zusätzlich unterstützen.
Wir verließen den spannenden Workshop mit dem Vorsatz, anderen Menschen weiterzuerzählen, wie wichtig und nützlich Insekten sind. Gemeinsam können wir wieder mehr Lebensraum für sie schaffen.