Projekte und Naturvermittlung

Mit verschiedenen und abwechslungsreichen Projekten verfolgt die Natur.Werk.Stadt hosted by | naturschutzbund | Steiermark und StAF ihr Ziel mehr Natur in die Stadt zu bringen. Dies geschieht mit unterschiedlichen Formaten, die spartenübergreifend wirken. Im Jahr 2020 gab es beispielsweise eine große Kooperation mit Camera Austria in Form des Projektes: „Die Stadt & Das gute Leben“. Die Veranstaltungsreihe umfasste Ausstellungen und Workshop: Das Offene Herbarium, die Ausstellung Smart City Trees, die Wertschätzungsausstellung, Workshops zu Natur im Garten, Baumspaziergänge, ein Parklet in Kooperation mit dem StadtLABOR Graz und die Listening Sessions.

Offenes Herbarium

Für diese alternative Art der Erstellung einer Landkarte hatten Mitarbeiter*innen der Natur.Werk.Stadt drei Straßen bzw. Flächen in Eggenberg kartiert und auf diesen Flächen Blumen und Gräser gesammelt, gepresst und in weiterer Folge botanisch bestimmt. Die Häufigkeit des Vorkommens einer Art am Fundort wird bei dieser Methode der Kartierung durch die jeweilige Anzahl ihrer Exemplare grob dokumentiert, wobei diese botanische Landkarte in Gestalt eines Herbariums hinter Glas ihre gültige Form findet.

Bei den Straßenzügen handelt es sich um die Prangelgasse, die Bauernfeldstraße und die Asperngasse; Ziel dieser Aktion war und ist es, sichtbar zu machen, wie unterschiedliche Flächen mit heterogenen Pflanzen und unterschiedlicher Diversität in der Stadt aussehen. Die Pflanzen repräsentieren die „grüne DNA“ der ausgewählten Flächen/Straßen und stellen eine Bestandsaufnahme dar, auf deren Basis weitere Arbeit möglich ist. Deutlich sichtbar wird, dass in der Prangelgasse, in welcher die Stadt Graz vor einigen Jahren Blühwiesen auf Straßenbegleitgrün angelegt hat, die Artenvielfalt vor allem im Bereich der Blühpflanzen sehr hoch ist.

Smart City Trees – Dokumentation einer Rodung

In der Grazer Smart City mussten anlässlich der Bauarbeiten für die neue Linienführung der Straßenbahn um die 50 Bäume weichen, darunter viele Großbäume, die zu Dokumentationszwecken noch vor ihrer Fällung von Simone Kocsar fotografiert wurden. Mit diesen Baumporträts wurde einerseits der Stellenwert natürlicher, urbaner Begrünung in der modernen Stadtplanung hinterfragt, andererseits sollte ein Impuls zur Auseinandersetzung mit dem vielfältigen Nutzen von Bäumen in der Stadt und möglichen Alternativen zur Rodung vermittelt werden.

Die Wertschätzungsausstellung

Wertschätzung bezieht sich nicht nur auf das Zusammenleben mit anderen Menschen, sondern auch auf unser Lebensumfeld, denn Wertschätzung der Natur stellt beispielsweise die Basis für Naturschutz dar.
Die von Florian Simon (Natur.Werk.Stadt hosted by | naturschutzbund | Steiermark) konzipierte Wertschätzungsausstellung (WSA) – Postamt, Wertschätzomat sowie Interviewanordnung – wurde an ausgewählten Orten der Camera Austria aufgebaut und lud alle Besucher*innen ein, über die Bedeutung von Wertschätzung und Natur für ein gutes Leben nachzudenken und daraus Ideen und Inspirationen zu gewinnen, die ermöglichen, das eigene Leben im Sinne von Wertschätzung reichhaltiger zu gestalten.

Listening Sessions

In zwei Workshops zum Thema „Kollektives Zuhören“ begaben sich Mitarbeiter*innen der Natur.Werk.Stadt auf eine wunderbare Reise in die Welt des Hörens. Behutsam wurde Schritt für Schritt verdeutlicht, inwiefern Zuhören und dessen sozialer wie politischer Kontext uns alle auch im Kontext von Natur und Stadt beeinflussen kann und welche neuen Möglichkeiten für kollektive Erkundungen es gibt. Ultra-red, ein Künstler*innenkollektiv aus London, vermittelte zunächst seinen eigenen Ansatz für die Deutung des Begriffes „Zuhören“ und seine eigene diesbezügliche Theorie. Eine derartige Sound-Untersuchung entsteht durch soziale und politische Notwendigkeiten, durch Wünsche und Fragen, die in den Gemeinsamkeiten und Widersprüchen einer Auseinandersetzung mit dem Thema entstehen, jedoch nicht aus dem Wunsch heraus, eine Kunstaktion zu gestalten. Es sind die sich im Laufe einer solchen Aktion ergebenden Notwendigkeiten, die das Timing, die Nützlichkeit und den Kontext eines Prozesses des Zuhörens vorgeben. Der Workshop mit sechs Mitarbeiter*innen der Natur.Werk.Stadt  hosted by | naturschutzbund | Steiermark zielte darauf ab, die Teilnehmer*innen in einen kollektiven Prozess des Zuhörens und der Dialoge zu verwickeln.

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