Lisa Nussmüller und Daniela Zeschko
Der Erhalt unserer Natur ist ein zentrales Anliegen in der Natur.Werk.Stadt. Der steirische Frühjahrsputz ist daher ein jährlicher Fixpunkt unserer Arbeit geworden. Am Mittwoch, dem 8.4.2026, waren zwei Teams in Graz unterwegs, um Müll zu sammeln und auch Gefahren für die Natur zu beseitigen. Mehr als 1500 Zigarettenstummel, von denen jeder einzelne über 400 Giftstoffe enthält, die Menschen, Tiere, unsere Umwelt und unser Grundwasser gefährden, wurden eingesammelt. Es wurden zudem jede Menge Müllsäcke mit anderem Müll aus den Bezirken Eggenberg, Lend und Wetzelsdorf gefüllt und dann von der Holding Graz entsorgt.
Umweltbildung: Wir sensibilisieren unsere Mitarbeitenden
Begonnen hat unser Umwelt-Tag mit einem kurzen Quiz unter den Teilnehmenden: Wie lange brauchen Obstreste, Zigarettenstummel oder Aludosen, bis sie sich in der Natur zersetzen? Welche Abfälle gefährden Natur, Grundwasser und Mensch besonders? Erstaunlich, dass eine Bananenschale und ein Papiertaschentuch bereits 3 Jahre in der Natur brauchen, um sich zu zersetzen. Traurig, dass eine Blechdose bis zu 200 Jahre benötigt und wir dennoch bei unserer Müllsammelaktion einige davon in Parks und auf der Straße gefunden haben. Zigarettenstummel lösen sich erst nach 10 bis 15 Jahren auf und geben sofort nach dem Wegwerfen schon hunderte Giftstoffe in die Umwelt ab. Ein einziger Stummel kann 40–60 Liter Wasser vergiften. Nach den „Wissensbissen“ wollten wir selbst aktiv werden und starteten gleich los.
500 Liter Müll, 1500 Zigarettenstummel und dennoch Hoffnung
18 Mitarbeitende der Natur.Werk.Stadt waren am Vormittag in den Bezirken Wetzelsdorf, Eggenberg und Lend in Graz unterwegs. Besonders erschreckend waren die vielen unachtsam weggeschmissenen Zigarettenstummel auf ganz kleinem Raum, die es einzusammeln galt. Weitere Fundstücke waren Getränkedosen, Verpackungsmüll von Essen und Kleidungsstücke. Auch rund um den Kinderspielplatz am Fröbelpark waren unter jeder Parkbank unzählige Zigarettenreste zu finden. Unerträglich, wenn man weiß, dass nur ein verschluckter oder angekauter Zigarettenstummel für Kleinkinder tödlich sein kann. Einige spielende Kinder halfen spontan mit und brachten uns gesammelte Plastikverpackungen.
Wir waren schockiert über den vielen Müll, schöpfen aber Hoffnung, wenn wir an unsere Schul-Workshops denken: Bis zu 2000 Kinder besuchen jährlich unsere Workshops zu Biodiversität, Insekten und Wasser. Dort vermitteln wir Achtsamkeit gegenüber der Natur und ihren Lebensräumen. Alle Mitarbeitenden tragen nun das neu erworbene Wissen weiter und helfen auch in Zukunft, den Müll fachgerecht zu entsorgen und wo möglich zu vermeiden. Wir denken positiv und sind überzeugt davon, dass es mit vielen kleinen Schritten gelingt, generationsübergreifend heute und in Zukunft bewusster mit Ressourcen und dem Thema Müll umzugehen. Positiv überrascht sind wir davon, mit wieviel Herzblut sich gerade die Kinder für die Sache engagieren.
