Rückblick: Was blüht denn da? Wiesenstunde

Wer nicht ganz blind durch Graz läuft, dem ist es vermutlich schon aufgefallen: An vielen Ecken, Enden und Grünflächen der Stadt blüht es – aber irgendwie anders; natürlicher, wilder. Statt Stiefmütterchen in Reih und Glied lachen Margeriten und Klatschmohn, Leinkraut, Lichtnelken und Rotklee aus hohem Gras. Es sind die Blühwiesen, die die Natur.Werk.Stadt, im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Stadt Graz angelegt hat. Erkennbar am schwarzen Taferl „Blühwiese“. Wer mehr darüber wissen möchte, kann beim Projekt „Wiesenstunde“ vorbeischauen: Seit Anfang Mai stehen bei den Blühwiesen in der Domenico-dell’Allio-Allee in Graz-Reininghaus Mittwoch vormittags Daniela Zeschko, Michaela Ellersdorfer und weitere Mitarbeiter*innen der Natur.Werk.Stadt bereit und nehmen sich Zeit für Blumenkenner*innen, Neugierige und alle Interessierten. Für Michaela Ellersdorfer ist die Wiesenstunde immer wieder ein Highlight: „Ich liebe es, sich hier zu entspannen und mich auf die Düfte, Farben und Geräusche einzulassen. Es ist jede Woche aufs Neue spannend, denn die Wiese sieht immer anders aus.“

„Mit unserem Projekt Wiesenstunde wollen wir den Blick auf die Natur lenken und damit Bewusstseinsarbeit leisten, dass Blühwiesen nicht rund ums Jahr blühen. Wenn die Blumen nicht blühen, sammeln sie Kraft für die nächste Blüte“, erklärt Daniela Zeschko, Leiterin der Natur.Werk.Stadt. Denn jede Blume hat ihren „Auftritt“: Den Anfang machen im Frühling Primel, Krokus und Blaustern, dann kommen Wiesenschaumkraut, Schneeglöckchen und Narzissen – und jetzt im Frühsommer die ganze Parade der Wiesenblumen. Die Wegwarte im Sommer ist eine Art Schlusslicht, dann kommt die Zeit zum Mähen. „Viele Leute wundern sich, wieso jetzt zum Beispiel das Gras so hoch ist“, erzählt Daniela Zeschko weiter. „Damit die Wiesen auch im kommenden Jahr wieder artenreich blühen können, müssen sie genug Zeit haben, um auszusamen.“

Klar ist, dass alle 80 verschiedenen Wildblumen, die eingesät wurden, wieder beobachtet und dokumentiert werden. Von der Prachtnelke bis hin zum Wiesen-Bocksbart und dem Wiesensalbei sind gerade viele Pflanzenarten zu sehen. Im Rahmen von Citizen Science wird heuer auch die Insektenwelt erkundet.

Besonders augenscheinlich ist, dass in diesem Jahr keine Art die Wiesen dominiert, sondern alle Arten gleichzeitig blühen. Das ist ein Novum auf den Flächen und offenbar dem Wetter geschuldet. In den vergangenen Jahren konnte man immer Leitarten ausmachen, die auf den Flächen verstärkt blühten.

In Reininghaus ist besonders interessant, dass verschiedene zertifizierte Saatgutmischungen nebeneinander aufgebracht wurden, sodass unterschiedliche Vegetationen erkennbar sind. Die Palette reicht von einer rosa getönten Esparsetten-Wiese im Norden bis hin zu einer Glatthaferwiese im Süden.

Die Premiere der Wiesenstunde in Graz erfolgte am 10. Mai 2023: Neugierige Kindergartenkinder, die Hummeln, Margeriten und Wiesensalbei fanden, waren damals die ersten Gäste. Ihr Spaß daran und ihr Staunen darüber waren ansteckend und motivierend. Wir freuen uns auf viele Wiesenstunden gemeinsam mit Ihnen!

Die Wiesenstunde findet bis Herbst statt: jeden Mittwoch zwischen 8.30 und 11.30 Uhr in der Domenico-dell’Allio-Allee in Graz-Reininghaus.

Rückblick: Was blüht denn da? Wiesenstunde
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